130 Kinder besuchen das DRK-Zeltlager
Lichtenau. „Jetzt verShrek dich mal nicht“ steht auf dem T-Shirt der DRK-Kreisjugendleitung Miriam Theurer, Elena Meier, Milena Kist und Niklas Eckert. Sie sind Teil eines rund 30-köpfigen Teams, das im Ehrenamt schon seit Monaten diese Woche vorbereitet hat. Viele waren bereits vor Jahren mit dem „Zeltlager-Virus“ infiziert worden und durften selbst einmal als Kind die Kameradschaft erleben.
41. Auflage des Zeltlagers
Es ist das 41. Zeltlager des Jugendrotkreuzes des Kreisverbandes Bühl/Achern. Am Mittwoch vergangener Woche wurde das Lager aufgebaut, am Freitag kamen die 130 Kinder. „Es ist schade, dass wir aufgrund der Trockenheit kein Lagerfeuer entzünden können“, sagt Theurer. Doch sie haben eine Lösung gefunden: Die Feuerstelle ist Mittelpunkt der Zeltstadt.
Inmitten leuchtet ein gebasteltes Feuer, das mit einer Lichterkette umrahmt ist. „Auf das Stockbrot abends in geselliger Runde müssen wir eben verzichten“, sagt Meier. „Wir sind stolz, dass wir zwei Jahre hintereinander als Standort für das Jugendzeltlager des DRK ausgewählt wurden“, sagt der Lichtenauer Bürgermeister Christian Greilach (CDU). Und dies nicht ohne Grund, denn hier stimmt die Infrastruktur, die Umgebung inmitten von Natur und die Halle, deren sanitäre Einrichtungen verwendet werden dürfen. Zudem stellt die Stadt Lichtenau die sanitären Anlagen in ihrer Stadthalle zur Verfügung. Ein großes Zelt steht zentral, in dem auch die Küche untergebracht ist. „Das ist unser Dreh- und Angelpunkt“, sagt Meier. Zwölf Kinderzelte, fünf Betreuerzelte, ein Waschzelt, zwei Materialzelte und viele kleinere Pavillons, Trampolin und jede Menge Sonnenschirme zählen zur Zeltstadt.
In der Küche ist Stefan Steinel Chef. Es ist sein 36. DRK-Jugendzeltlager, denn er war bereits als Kind und als Jugendleiter dabei. Unterstützt wird er von Stefanie Haas in der Küche. Gerade sind sie dabei, 30 Kilo Kartoffeln für die Bratkartoffel zum Abendessen zu schälen. Immer wieder sorgen sie für überraschende Leckereien. Von sechs Uhr morgens bis abends 22 Uhr ist die Küche besetzt. Neben den drei Hauptmahlzeiten gibt es Snacks, Obstsalat und Kuchen. „Wir haben ein fantastisches Küchenteam“, lobt Meier.
Jedes Jahr überlegt sich das Jugendleiterteam ein neues Thema. In diesem Jahr präsentieren sie sich als Shrek-Familie und verbringen mit den Kindern eine Woche „Shrekliche Ferien“ in der „Shrek-Welt“. Da gibt es einen Lebkuchenmann, der nicht reden kann, weil man ihm den Mund abgeschnitten hat, und Prinzessin Fiona, die immer ganz „nah/nah dran“ ist.
Viel Spaß haben die Kinder die ganze Woche über. Es gibt Bastelwettbewerbe. So fertigten die Kinder aus einem Ytong-Stein eine Toilette an. Ganz im Sinne von Shrek wurde es natürlich eine „shrekliche Toilette“. Geboten werden Workshop-Stationen und natürlich in diesem Jahr viele Wasserschlachten, um sich immer wieder abzukühlen. Sogar die Feuerwehren aus Muckenschopf und Achern waren zweimal vor Ort und bespritzten die Kinder. „Auch ein Besuch im Schwimmbad Renchen stand auf dem Programm. Das war für uns Betreuer der aufregendste Tag“, sagt Theurer lächelnd.
Am Donnerstag war Jugendrotkreuztag in der Zeltstadt und Henri Dunant, der 1863 in Genf das Rote Kreuz gründete, war zu Gast. In die Rolle und das Kostüm trotz Hitze schlüpfte Sebastian Seiter. Die Kinder tummelten sich um ihn und erfuhren viel über den Mann, der das internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege ins Leben rief.
„Der Kreisverband Bühl-Achern sticht bei der Nachwuchsförderung schon hervor“, sagt Melanie Lange, ehrenamtliche DRK-Landesjugendleiterin. Zeltlager gebe es einige, doch als Zeltlager in dieser Größe, das eine Woche lang geht, sei dieses das einzige.
An diesem Samstag werden die Kinder wieder von ihren Eltern abgeholt, nach einer Woche voller Abenteuer und Spaß. Die beiden achtjährigen Mädchen Aurelia und Romana sind sich mit ihren Freunden einig: Diese Woche war super, Spiel- und Bastelstationen, Disco und Popcorn. „Es könnte noch länger dauern“, sagen sie.
ABB 08.08.2026 von Anne-Rose Gangl
