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Second Hand der anderen Art

In der Hauptstraße 7, ehemals Ketterer Sicherheitstechnik, laufen bereits Renovierungsarbeiten für den Fundus 2.0. Foto: Katrin König-Derki

DRK-Laden Fundus zieht in die Bühler Hauptstraße 7 / Einweihung im Oktober

Bühl. Der DRK-Laden Fundus hat ein neues Zuhause gefunden: Ab Mitte Oktober ist das Geschäft als „Fundus 2.0“ in der Hauptstraße 7, ehemals Ketterer Sicherheitstechnik, deutlich sichtbarer verortet als bisher in der Rotkreuzstraße 1.

So schildern es Doris Schmith-Velten, die den Fundus federführend betrieben und entwickelt hat, und Lutz Foth, Bereichsleiter des Kreisverbands (KV) Bühl-Achern. Während im Geschäft die ersten Bauarbeiten im Gang sind, verweist Foth darauf, dass mit dem Umzug in größere Räume nicht nur ein langgehegter Wunsch in Erfüllung geht. „Die Aufgabe der Liegenschaft in der Rotkreuzstraße machte das Projekt zur Notwendigkeit. Deshalb haben wir im November 2025 angefangen, einen neuen Standort zu suchen.“ Einfach habe die Suche sich nicht gestaltet, räumt Schmith-Velten ein. Erste Bemühungen habe es ihrerseits schon seit 2017 gegeben, zunächst vor allem aus Platzgründen.

In seinem Anliegen unterstützt wurde der KV laut Schmith-Velten von der städtischen Wirtschaftsförderung; die Stadt sei von jeher ein starker Partner des DRK. Bürgermeister Daniel Fritz (CDU) sei es schließlich gewesen, der den Kontakt zu den Vermietern der Hauptstraße 7 vermittelte, frei geworden durch den Wechsel der Firma Ketterer in eine andere Immobilie. Ein Glücksfall für alle Beteiligten, wie Foth befindet. Die Stadt wolle keine Leerstände im Zentrum und sei zugleich interessiert an qualifiziertem Einzelhandel. Den Vermietern wiederum, der Familie Daniel, habe das Konzept des Fundus gut gefallen. Zugleich sei das DRK für sie ein verlässlicher Mieter. Und dem Kreisverband selbst habe sich ein zentral gelegener, großer und bezahlbarer Standort geboten. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert er sich auch im Vergleich zu weiteren potenziellen Objekten an den ersten Besuch vor Ort. 

Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, betont er, sei für einen Wohlfahrtsverband wie das DRK wichtig. Dass auch die nun noch nötigen Renovierungsarbeiten nur überschaubare Investitionen mit sich bringen, sei dem Einsatz von Helfern aus den eigenen Reihen zu verdanken. „Viele Leistungen werden aus dem Ehrenamt heraus erbracht. Uns bleiben vor allem Materialkosten.“

Das Konzept des Fundus, das auch in der Hauptstraße 7 beibehalten werden soll, beschreibt Schmith-Velten wie folgt: Das DRK erhalte Spenden aus der Bevölkerung, vor allem gut erhaltene Kleidung, aber auch Haushaltswaren und Spielsachen. Die Waren würden für wenig Geld verkauft; kommerzielle Interessen lägen dem DRK dabei fern.

Zielgruppe seien alle Bürger, die auf einen preiswerten und nachhaltigen Einkauf Wert legen, sagt Foth. Das Thema Nachhaltigkeit sei gerade bei den jüngeren Käuferschichten angekommen, dieser Markt komme dem Fundus entgegen. „Und für die Spender ist es ein gutes Gefühl, ihrer Kleidung eine zweite Chance zu geben“, ergänzt Schmith-Velten. „Auch das ist nachhaltig.“

Seit der Kreisverband aus dem Altkleidergeschäft mit Containern ausgestiegen sei, gebe es nur noch gezielte Zuwendungen, sagt Foth. Die Erlöse aus dem Verkauf wiederum fließen „eins zu eins“ in Projekte und Aktivitäten des KV. Weiterhin werden im Fundus ihm zufolge aber auch Menschen in prekären Lebenslagen oder Opfer von Wohnungs- und Hausbränden eingekleidet – „schnell, kostenlos und niederschwellig“. Der Fundus 2.0 mit seinen schöneren und größeren Geschäftsräumen soll gemeinsam mit dem bestehenden, rund 40-köpfigen Helferteam gestaltet werden, wie Schmith-Velten ankündigt. Sie möchte, dass die Ehrenamtlichen, die sich mit viel Herzblut engagieren, eigene Ideen einfließen lassen, um sich auch mit dem neuen Standort zu identifizieren. Nicht zuletzt aufgrund des höheren Alters vieler Helfer werden ihr zufolge weitere benötigt. „Unsere Ehrenamtlichen schätzen das sehr gute Miteinander im Team“, sagt sie in dem Kontext. „So hilft unser Fundus auch, Einsamkeit im Alter entgegenzuwirken.“

Die Annahme von Spenden wird beim Fundus 2.0 über den Hinterausgang gen Parkplatz erfolgen, der ausschließlich für Spender reserviert ist, wie sie weiter mitteilt. „In der Rotkreuzstraße nehmen wir momentan übrigens nur Sommerkleidung entgegen. Mit der Mode für Herbst und Winter starten wir im September.“ Bedarf bestehe aktuell an Hand- und Badetüchern sowie Schulranzen. „Unser Motto am verkaufsoffenen Samstag Anfang September wird lauten: Alles rund ums Kind.“

Vom Fundus 2.0, der aller Voraussicht nach mit erweiterten Öffnungszeiten einhergehen wird, versprechen sich die beiden Rotkreuzler, dass das „Erfolgsmodell Fundus“ im Bewusstsein der Bevölkerung noch präsenter wird. „Ich bin sicher, durch die verbesserte optische Wahrnehmung und die Einzelhandelslage werden wir neue Kundenkreise erschließen“, sagt Foth. „Und die Stammkunden ziehen bestimmt mit uns um.“

Mit dem baldigen Wegzug des Fundus aus der Rotkreuzstraße gehe ein großes Stück DRK-Geschichte zu Ende, sagt er abschließend. „Er ist sozusagen die letzte Szene darin.“ Wie passend, dass Doris Schmith-Velten eigens für das Pressefoto eine Filmklappe mitgebracht hat, die den Start des neuen Stücks DRK-Geschichte markieren soll: Fundus 2.0, Take 1, erste Szene.

ABB, 11.08.2026 von Katrin König-Derki